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![]() | Unser Familienname geht zurück auf den Stammsitz eines uralten Hofes in der westfälischen Bauernschaft Suresse, im Kirchspiel Buer. Die Stammesgeschichte läßt sich über 500 Jahre zurückverfolgen. Surresse ist gemeinsam mit dem nördlich sich anschließenden Eckeresse heute bekannt als Stadtteil Resse im Gelsenkirchener Norden.
Für die Namen gab es früher keine einheitliche Rechtschreibung, da nach dem Hören geschrieben wurde. Anzutreffende Schreibweisen sind: Lochthowe, Lochthove, uff der Luchthoffe, uffe Lochthauffe, uff der Lochthowen, Luchthove, auf der Lochthoven, Lochthoff, Lochthauffe, Lochthauge, op der Lochthowe, Löchthaube und einige mehr. In den frühesten Quellen finden sich zum Standort die Angaben die Lucht bzw. die Höfe aufer Lucht. Es hat auf dieser Rodung mindestens zwei Höfe gegeben, die namensgleich nach ihrer Lage bezeichnet wurden. Im 17. Jahrhundert tritt eine Unterscheidung in Lochthowe und Jasper ein. Es gab meist enge verwandtschaftliche Beziehungen zwischen beiden Hofbesitzern.
Die frühesten bekannten Erwähnungen stammen aus den Jahren 1494 bis 1498 und zwar in Holtingprotokollen der Resser Markgenossenschaft. (Holting hieß die Versammlung der Markgenossenschaft auf dem Resser Tie. Die Protokolle befinden sich in den Archiven der Grafen v. Westerholt.) Unter anderem heißt es dort: Die Lucht/hoert in backemz schair/18 Scharen heifft mittyt rotger von der horst. (soll heißen: Die Lucht/gehört zu den Scharen (Nutzungsanteilen) derer von Backem/hat 18 Scharen (Anteile), über welche z.Zt. Rutger von der Horst verfügt.) In den Holtingsprotokollen sind ferner belegt: 1535 Henrich up der Lochthowe, 1554 Johann uf der Luchthove der Olde und Johan Lochthowe der Junghe, 1556 Hinrich uff der Lochthoven. Für die Zeit nach 1560 sind ein Heinrich und ein Gerdt uff der Luchthoff belegt. Heinrich gehört in die Grundherrschaft des Hauses Leythe (südlich von Suresse), Gerdt in die des Hauses Horst. (Manchmal heißt es lediglich beyde Luchthoffen). Gerdt heiratet, vom Beckschen Hof am Leither Mühlbach stammend, auf den Lochthowe-Hof ein: Gerdt/auf der Beck geboren/ist uff Horster gudt uff die Lochthowe verheiratet. Laut Holtingprotokoll von 1585 hatte Gerdt up der Lochthove das Amt eines Scherners (Aufsehers) der Resser Markgenossenschaft inne. Doch 1603 wird Gerdt in einem Holting selbst beschuldigt, Unrecht begangen zu haben: Es hat der holtzRichter Ickingh zum fleißigsten die Marcken bewahret (die Mark gewissenhaft beaufsichtigt)/Undt Gerdt Lochthoffen befunden ein foeder rechter telgen aussgefürt (ein Fuder Baum-Äste weggeholt)/Ickingh zur erden geschlagen und einen hundt geheißet/den anderen Tag das holtz nach Buir (Buer) verkaufft. Der Westerholter Richter Henning begibt sich daraufhin auf Gerdts Hof, um ihm ein Fohlen abzupfänden. Gerdt behauptet, daß er das Holz auf einer ihm zugewiesenen Stelle in der Mark geschlagen habe. Als Henning sich von Gerdts Sohn und Tochter zu der besagten Stelle bringen läßt, ist von Einschlagsstellen keine Spur. Um 1590 taucht zum erstenmal in den Holtingprotokollen wie auch in den Akten des Archives Westerholt Arenfels der Name Jasper uff der Lochthowen auf. Der zum Haus Leithe gehörende (Jasper-)Hof ist identisch mit dem Hof, den erwähnter Heinrich inne gehabt hat. Im Holtingsprotoll von 1601 sind erwähnt: Gerdt und Jasper Lochthoff. Nachfolger des Gerdt ist seit etwa 1620 ein Heinrich Lochthowe. Auf ihn folgt Claß (Nikolaus) Lochthowe. 1660 ist Claeß Vorsteher der Suresser Bauernschaft. 1663 schließen sich Claeß uffr Löchthowe und Jan (Johann Jasper) auf der Lochthowen einem Schutzbündnis gegen das Haus Westerholt zur Verteidigung ihrer Rechte in der Resser Mark an. 1672 werden Claeß uffe Lochthowe und andere dabei ertappt, wie sie sich in der Resser Mark einen Eichenbaum vornehmen, woauf die Marckenbeil nit erfindlich gewesen (d.h. kein eingekerbtes Zeichen trug und so nicht zum Abholzen freigegeben). Außerdem wird Claeß beschuldigt, die ihm zugewiesenen zwei Brandbäume ahn den Ziegelen (Ziegeleien) uffe darler Heide entgegen der Markenordnung verkauft zu haben. 1676 gehört Claeß zu den Mitunterzeichnern einer Erklärung der Suresser Bauern, dass sie ihren Streit mit dem Hause Westerholt in der Resser Mark beilegen möchten. Claeß wird sehr alt. Aufsitzer auf dem Hofe Jasper-Lochthowe ist Jobst (=Jasper=Kasper) Lochthowe, der aus dem Hause Dahm stammt. Noch 1680 werden Claß und Jobst Lochthowe gemeinsam in einem Holtingsprotokoll erwähnt. Auf einem Holting 1691 erklärt Jobst, dass sein Hauß umfallen wolle und er selbiges gantz abbrechen und new auffrichten laßen müste/begehre dahero einig beystewer an zimmerholtz aus der Marck. Auf Claeß folgt wieder ein Heinrich. 1688 zahlt dieser Heinrich 7 1/2 Stüber zum Wiederaufbau der abgebrannten St. Urbanus-Kirche in Buer. Aus dem gräflich-westerholtischen Archiv 1707: Heinrich Lochthoffe 18 Scharen, Dirich Lochthowe (Jasper): 12 Scharen; Heinrich besitzt den Lochthowe-Hof mit 18 Nutzungsanteilen, während Dirich Lochthowe über den Jasper-Hof mit 12 Anteilen verfügt. Dirich wird auf einem Holting 1709 beschuldigt, gegen abendt in die marck gefahren welches nicht gebreuchlich und deß anderen morgens umb 5 uhren mit einem wagen holtz wieder herausgekommen zu sein. Die Markgenossen verlangen hierüber eine ahndung. Dirich stirbt 1727 und Dietrich II. Lochthowe folgt auf dem Jasper-Hof. Er ist seit 1721 mit Catharina Bröß (ca. 1700- ca. 1740) verheiratet. Im Taufregister St. Urbanus sind als Kinder verzeichnet: Johann Theodor (1722), Anna Elisabeth (1729) und (vermutlich nach dem Tod des erstgeborenen Kindes) wieder einen Johann Theodor (1732-1795), auf den später der Jasper-Hof übergeht. Heinrich, der Besitzer des Lochthowe-Hofes tritt 1713 als Holzrichter ein und wird 1725 zum dritten Mal wiedergewählt. Auf Heinrich folgt Hermann Lochthowe (1700-1762), der in 1. Ehe mit Anna, geb. Trogemann verheiratet ist. Ihre Tochter Anna Catharina (geb. 1724) stirbt im Kindesalter. 1727 wird erneut eine Tochter geboren, Anna Maria Lochthowe, die Johann H. Ostrop heiratet und den Hof übernimmt. 1731 oder 1732 wird wiederum eine Tochter geboren, die nach dem Namen ihrer verstorbenen Schwester Anna Catharina getauft wird. Die Mutter stirbt im gleichen Jahr, vielleicht bei der Geburt. Aus zweiter Ehe, mit Anna Winkelmann, gehen mindestens vier Kinder hervor: Anna Angela (1735), Joh. Heinrich (1737), Joh. Theodor (1745) und ein weiterer Sohn, Joh. Heinrich (1750) (wohl wieder nach Tod des ersten Sohnes so getauft). 1762 versterben Hermann und seine 2. Frau kurz hintereinander. Nach dem Ableben der Eheleute Johann H. Ostrop und Anna Maria Lochthowe wird der Lochthowe-Hof auf ihre älteste Tochter Marie Lochthowe übertragen, die mit Hermann Pierenkämper verheiratet ist. Auf dem benachbarten Jasper-Kotten folgt auf Johann Theodor Jasper Diederich Jasper. Er und seine Frau A. Cath. Wilms (geb. 1768) erklären 1795 in den Grundakten, dass sie kinderlos sind und sich aufgrund ihres hohen Alters nicht mehr in der Lage sehen, den Kotten zu führen. Weil der ursprünglich vorsehene Erbe und Halbbruder Henrich Jasper, ebenfalls kinderlos und über 50 Jahre alt, das Erbe zurückweist, wollen die Eheleute ihren Kotten auf einen Sohn des Lochthowe-Hofes, Heinrich (1766-1839) und dessen Ehefrau A. Cath. Wilms übertragen. Diederich Jasper ist Leibeigener von Franz Josef von Nesselrode, Herr zu Leithe. Der genehmigt die Kottenübertragung und die Adoption. Heinrich Lochthowe ist bereit, sich in die Leibeigenschaft zu begeben. Von nun an leben Heinrich Lochthowe sive Jaspers und Ehefrau Catharina Wilms auf dem Jasper-Kotten. 1791 wird Sohn Heinrich II getauft, 1800 Tochter Mechthild. Weitere Kinder sind: Anna Maria (1803) und Luzia (1806). 1819 stellen die Eltern einen Antrag auf Ablöse von gutsherrlichen Rechten beim Grafen von Nesselrode, Herrn zu Leithe, bestehend aus Heimfall und Gewinn sowie einer jährlichen Rente: 2 Gänse, 6 Hühner, 3 Scheffel Roggen, 5 Scheffel Mangkorn und einen wöchentlichen Handdienst. Bald gerät der Kotten vorübergehend in finanzielle Schwierigkeiten und verschuldet sich: 1833 nimmt Heinrich Lochthowe gt. Jasper bei Hermann Bröhs gt. Ostrup ein Darlehen von 76 Talern auf und verpfändet hierfür den mit dem Kotten verbundenen Markengrund. Der Sohn Heinrich II ist mit Anna Catharina Schulte in der Ortbeck verheiratet. Ein Sohn stirbt 1831 im Alter von einem Jahr. Eine Tochter, Catharina stirbt 1839 im Alter von 3 Jahren. 1834 erhält Heinrich den Kotten von seinen Eltern übertragen. Gleichzeitig können gegen eine Ablösesumme von 567 Thalern grundherrliche Rechte des Hauses Leythe gelöscht werden. Unterdessen wird der Lochthowe-Hof von Franz Lochthowe (1782-1859), einem Vetter von Heinrich, geführt. Ab hier wird die Ahnenforschung unserer Lochthowe-Linie genau und lückenlos. Auf der Flurkarte von 1822 ist Franz Lochthowe als Besitzer eingetragen. 1811 bekommt seine Frau Anna Maria, geb. Schäpers Zwillinge: Wilhelm und Heinrich. Wilhelm (1811-1866) erblickt wohl zuerst das Licht der Welt, denn er erhält als Erstgeborener später den Hof übertragen, wie allgemein in Westfalen üblich. 1843 wird in den Grundakten dokumentiert, dass die Eheleute Franz und Anna Maria nun auch im Besitz von Teilen der Grundstücke des Jasperkottens sind. Große Teile des Jasper-Kottens werden um diese Zeit an andere Nachbarn veräußert. Der Ahn unserer Lochthowe-Linie ist der zweite Zwillingsbruder Heinrich Lochthowe (1811-1888). Er erbt den Kotten und die zugehörigen, übrig gebliebenen Grundstücke. Von Beruf ist er Mühlenbaumeister und Gastwirt, verheiratet ist er seit 1845 mit Theodora Böhmer (1810-1884). Sie bekommen acht Kinder: Franziska(1845-1873). Alexander (1848-1911), Maximilian (1850-1873), Elisabeth (1852-1915), Felix (geb. 1855) Alois (1857-1889), Emma (1860-1862) und Emma (II) (1862-1907). Die Eltern betreiben im Kotten eine Gastwirtschaft, die später von Sohn Alois und dessen Frau Elisabeth, geb. Wember übernommen wird. Nach dem Tod von Alois heiratet die Witwe einen Josef Beckmann. Sie führen die Gartenwirtschaft weiter, die noch bis in die Mitte des 20. Jahrundert hinein eine beliebte Ausflugstätte war. Heute ist der Kotten als Wohnhaus umgebaut und im Besitz der Familie Bahl. Der zweite Sohn, Alexander Lochthowe (1848-1911) liegt auf unserer direkten Stammeslinie. Alexander kommt zum Besitz einer eigenen Mühle. 1876 heiratet er Catharina, geb. Bullerkotte (1857-1936). Sie gebirt 9 Kinder: Das erste Kind stirbt im ersten Jahr (1876), weiter Kinde sind Ida (geb. 1880), Alfons (1882-1934), Aloys (1884-1958), Ernst (1885-1957), Konrad (1886-1886), Otto (1887-1953) Konrad (II) (1892-1982) und Felix (?-195?).
Sohn Alfons wird Bäckermeister in Köln. Alfons prozessiert von Köln aus Wegen der Mühle gegen die Gemeinde, verliert aber den Prozess. Die Mühle wird 1911 abgerissen. Die Eltern Alexander und Catharina ziehen später ebenfalls nach Köln. Otto (unsere Linie) zieht nach dem Architekturstudium 80 km rheinaufwärts nach Neuwied, wo er Stadtbaumeister wird. Felix ist am Landgericht Köln tätig. Von Felix ist nicht mehr bekannt ausser einem Sohn, Walter, von Beruf Kaufmann, gestorben in den 70er Jahren. Alfons hat zwei Söhne: Otto, ein Patenkind von Bruder obigem Otto, verunglückt 1938 beim Baden im Rhein tödlich. Sohn Heinrich (1909-1984). übernimmt die Bäckerei seines Vaters in Köln. Sohn Rudolf (1937) besitzt ein Installationsgeschäft in Pulheim bei Köln. Tochter Birgit führt heute das Geschäft. Aus der Ehe von Otto Lochthowe und Anna, geb. Ott (1889-1946) in Neuwied geht ein Sohn hervor, Emil Lochthowe (1919-1979). Er studiert in Köln Bauingenieurwesen und lernt dort seine Frau Karla (1923-2006), geb. Thönnessen kennen. Nach früher Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft in Rußland heiraten sie 1947. Emil nutzt die Stunde des Wiederaufbaus und führt in Neuwied erfolgreich ein eigenes Büro für Baustatik. Später erhält er die staatliche Zulassung zum Prüfingenieur. Ihr Sohn Rainer Lochthowe (1951) lernt seine Frau Gudrun aus Horhausen kennen. Sie gehen 1971 zusammen nach Karlsruhe. Rainer beendet 1977 an der Technischen Universität sein Studium als Dipl.-Wirtschaftsingenieur. Nach beruflichen Stationen in Frankenthal und Gütersloh und Promotion in Dortmund arbeitet er seit 1989 in Heidelberg für ein produzierendes Markenunternehmen und verantwortet den kaufmännischen Bereich. Gudrun arbeitet für eine Klimaschutz-Beratungsagentur in Heidelberg. Deren Sohn Thilo (1979) ist Studienrat an einem Heilbronner Gymnasium. Er heiratete am 13.11.2009 Catharina Lochthowe, geb. Felgenhauer. Tochter Ann-Kathrin (1983) studiert in Kempten Betriebswirtschaft mit Studienschwerpunkt Touristik. |